Oscarreif: Robin Hood über Schulden und Vermögen

Wenn in wenigen Stunden die Oscars vergeben werden, geht eine Sendung aus dem vergangenen Jahr leider leer aus. Dabei zählte sie definitiv zu den Highlights in 2016; leider nur im deutschen Fernsehen. Aber immerhin: Wer hätte vor einiger Zeit gedacht, dass dieses Thema im Mittelpunkt einer 45-minütigen ZDF-Sendung steht. Ausschnitte sind noch einige Wochen online.

„Die Anstalt“ von Max Uthoff und Claus von Wagner greift immer wieder interessante Themen auf – und geht dabei gern mal mit Schaubild und Zeigestock ins Detail. Für das Thema Vermögen und Schulden wählten die Kabarettisten ein anderes Setting: den Sherwood Forest mit Robin Hood als Rächer der Verarmten.

Beim Sheriff von „Nothinghave“ (Max Uthoff) macht sich Robin Hood (Claus von Wagner) schlau, warum man in Deutschland so wenig über das Vermögen der Reichen weiß. Warum gibt es eigentlich keine Vermögenssteuer mehr? Warum bleiben bei Einkommens-Stichproben die Reichen außen vor?

„Je reicher die Vermögenden, desto ärmer ist die Datenlage.“ – Claus von Wagner

Anstalt-Gast Nils Heinrich hat sich, wenn ich mich recht entsinne, ebenfalls in der Sendung vom 5. April 2016 Gedanken darüber gemacht, wie die Parteien mit dem Thema umgehen und es für die SPD auf den Punkt gebracht. Mal sehen, ob sich mit Martin Schulz daran nun etwas ändert:

„Die SPD hat ihre Wahlergebnisse der Körperschaftssteuer angepasst.“ – Nils Heinrich

Es ist höchste Zeit, dass auch große Parteien wie die SPD das Thema Umverteilung aufgreifen. Und sich vor allem mehr Gedanken über die Ursachen und tiefgreifende Lösungen machen. Sonst besteht die Gefahr, dass sich Geschichte wiederholt und die scheinbar wenigen Unzufriedenen und Abgehängten plötzlich für ungeahnte Mehrheitsverhältnisse sorgen. Mit Trump – bezeichnenderweise noch einer aus Robin Hoods Zielgruppe – haben schließlich auch nur wenige gerechnet.

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